Terra Mater WILD

Unsere extreme Welt

Niederschlag

Natur & Umwelt • 49 Min.

Beschreibung

Ob Hitze oder Trockenheit, extreme Seehöhe oder klirrende Kälte – das Leben hat erstaunliche Wege gefunden, unter den extremsten Bedingungen zurecht zu kommen.

In der ersten Episode von „Unsere extreme Welt“ steht die lebensspendende, aber ebenso zerstörerische Kraft des Wassers im Mittelpunkt. Weder zu viel, noch zu wenig soll es sein, um einen sorgenfreien Alltag zu ermöglichen. Viele Menschen, Tiere und Pflanzen unseres Planeten müssen mit Extremen jonglieren, um zwischen starker Trockenheit und gewaltigen Wassermassen zu überleben. In dieser Folge begegnen wir den geschicktesten Formen von Anpassung und Problemlösung, wenn es darum geht, mit Wassermangel oder –überfluss zurecht zu kommen.

Obwohl Sri Lanka gleich zwei Mal im Jahr von einem Monsun beherrscht wird, kommt es zwischen den Regenzeiten zu enormer Trockenheit im Landesinnern. Elefantenherden machen sich dann auf den Weg zu künstlich angelegten Wasserspeichern, die ursprünglich zur Bewässerung von Feldern, aber auch für die Versorgung der Bevölkerung vorgesehen waren. Vor tausenden Jahren von den damaligen Herrschern angelegt, spenden sie heute auch Sri Lankas Tierwelt Leben.

Im Westen Namibias liegt die Namib. Direkt an den Atlantik anschließend ist sie eine der wenigen Küstenwüsten unseres Planeten und Heimat absoluter Überlebenskünstler: Giraffen, die den kondensierten Morgennebel in Form von Wassertropfen von den Blättern hoher Bäume lecken; Oryx-Antilopen und Flughühner, die eine der wenigen permanenten Süßwasserquellen in der Wüste ausfindig gemacht haben; und Erdmännchen, die ihren Flüssigkeitshaushalt gänzlich durch den Verzehr saftiger Käfer regulieren. Speziell für die Erdmännchen keine einfache Aufgabe: Saftige Käfer und Skorpione müssen erst einmal in ausreichender Menge gefunden werden…

Permanente Wasserquellen nutzt ebenfalls das in Mexiko ansässige indigene Volk der Tarahumara. Seit Generationen leben die Menschen auf den Hochplateaus im Norden des Landes, einer zwar bewohn- und bepflanzbaren, sonst aber kargen Gegend. Abseits der Regenperioden müssen sie Wasser zweimal wöchentlich aus einer tiefen Schlucht hinauftragen. Obwohl der Weg mühsam ist, halten die Tarahumara an diesem Ort fest – hier, wo auch schon ihre Vorfahren lebten.

Es sind nicht nur Tiere oder Menschen, die sich mit Regen und Trockenheit abfinden müssen; auch Pflanzen haben den ein oder anderen Trick entwickelt und sich so an ihren Lebensraum angepasst. Bromelien siedeln auf Ästen und Stämmen hoher Bäume, um ein Maximum an Sonnenlicht zu erhaschen. Ihre Wurzeln erreichen den Boden also nicht. Um dennoch an lebensnotwendiges Wasser und auch Nährstoffe zu gelangen, haben viele Arten der Bromelien ihre Blätter zu einem Trichter ausgebildet; in diesem sammeln sich Regenwasser und herabfallende Blätter, die in ihre Bestandteile zersetzt den Bromelien genug Nährstoffe zum Überleben liefern. Andere Pflanzen, etwa die fleischfressende Papageien-Schlauchpflanze, gedeihen selbst in Überschwemmungsgebieten – sogar, wenn der Wasserspiegel ihnen über den (Blätter-)Kopf steigt.

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